Mit der Maus über den Text-Link fahren.
Damit die Inhalte dieser Seite richtig angezeigt werden können, muß der Browser ggf. geblockte Inhalte zulassen.
Lässt man einmal die Zeiten beiseite, in welchen man aus Mangel an Bekleidung nackt gewesen war, so kann man die »Freikörperkultur« trotzdem um einige tausend Jahre zurück verfolgen.
So lassen sich bereits in den ägyptischen und assyrischen Schriften Beweise finden, die darauf schliessen lassen, daß die Ägypter und Assyrer den Wert einer kleiderfreien (Körper-)Erziehung erkannt und geschätzt hatten. Neben der körperlichen Gesundheit sollte somit auch die seelische Gesundheit gefördert und verbessert werden. Bekannter ist diese Nackterziehung bei den Griechen. Im »GYMNASION« traf sich die männliche Jugend, um nackt dem Spiel und Sport nachzugehen, aber auch, um zu lernen.

Die Nacktheit spielte auch in der Religion (damals) eines wesentliche Rolle. Beispielsweise war es bei den Sumerern selbstverständlich, nackt zu beten, und auch nackt zu opfern. Da eine »Kultur« auf eine seelische und geistige Bildung setzt, wäre eben dieser Begriff nur in Verbindung mit den „alten Griechen“ angebracht.
Quellenhinweise am Ende dieser Seite
Timeline
1795
The eldest script of modern times originates from Georg C. Lichtenberg (german author and physician, 1742-1799) who reported in his work »DAS LUFTBAD« that both Lord Monboddo and his daughters bathed naked and appreciated it.
1888
Karl Wilhelm Diefenbach (painter) started praying the »Sonnenmenschentum« in a remoted forest area in bavaria called Hoellriegelskreuth, where he let his three children Helios, Stella and Lucius, also his models, run around naked. Together with his student Hugo Höppener ( Fidus ) Diefenbach launched paintings of naked people to the public. Due to gross misdemeanor Diefenbach and Fidus were sentenced to prison in 1888. Fidus created the »Lichtgebet« - the still familiar man stretching his arms towards the sky - which has become a trademark, a symbol of nudism.

More Informations about:
Karl Wilhelm Diefenbach
Hugo Höppener (Fidus)
1893
Foundation of the »Naturheil-Verein Essen Ruhr«. The entry into the registration of associations took place only in 1905 under the number „VR 1455“, nevertheless it is the eldest FKK-club in the world.
Today it's name is: »Licht-Luft-Sportgemeinschaft Essen e.V.«. The estate is in the centre of Essen, next to the Kaninenberg-cave.
1900
Year of establishment of the magazine "Health Culture" and therefore the eldest nudists magazine. Since 1921 than published under the name »Health & Efficiency« till the early 1990s.
1902
Under the title »Die Schönheit« the first FKK-magazine also in Germany came out. Publisher was Kurt Vanselow. Till 1924 this magazine lasted as the main organ of the german naturists.
1903
In Klingberg (nearby Scharbeutz, Luebeck) the first nudist-ground »Freilichtpark Klingberg« was founded. The place was closed in 1981.
1904
France: Close by Etamps the first nudist-resort was founded.
The painters of the »Brücke« (Nolde, Heckel et cetera) used the forest ponds at Volkersdorf.
1906
Richard Ungewitter (1868-1958) launched his book »Die Nacktheit«.
In Berlin the first FKK-union »Aristrokatische Nudo-Natio-Allianz« (ANNA) was founded.

More Informations about:
Richard Ungewitter
1909
The »Bund Freya« was founded by Wilhelm Kaestner, entry into the registrations of clubs on october the 30th in 1909. With the statues (from 03.23.1909) the »Bund Freya« had a progressive form which is quite close to modern associations.
1911
Richard Ungewitter founded the »Loge des aufsteigenden Lebens« (LDAL) on 05.01.1911, later renamed for »Treuebund fuer aufsteigendes Leben«. This union was the first international association to witch 60 districts were attached (in Germany, Austria, Switzerland and Czechoslovakia).
1912
The »Bund Freya« was followed by the »Monboddo-Bund« (see 1795).
The »Nacktkultur« continued its victory march, FKK-associations where founded and nudists where not observed so closely anymore.
The „Jugendbewegung“ (→ the youth movement) was founded and bathing in the nude has become a common thing, in a way which isn't necessary today at all.
The naked »Ausdruckstanz« (→ Free Dance) was created.
1920
The former notion »Nacktkultur« was altered for »Freikoerperkultur« which came from „freie Koerper-Kultur“ (→ free body culture). But only in Mid-Twenties the notion »Freikoerperkultur« was officialy fixed.
On Sylt (North Sea) the first official nudist-beach was founded.
The first nudist-magazine with chinese types named »The New Life In Germany« was published (publisher: Wong).
1923
The first parent organisation the „Arbeitsgemeinschaft der Buende der Lichtkaempfer” was founded. The direction was assumed by Walter Tietz and Dr. Bernhard Schulze. The office was in Leipzig.
In Egestorf (Lueneburger Heide) Robert Laurer founded a publishing house where the FKK-magazine „Die Freude” was published, a little later »Licht-Land« and »Lachendes Leben« were launched.
1924
The „Arbeitsgemeinschaft deutscher Lichtkaempfer” (AGL) was founded in Berlin.
Hans Surén launched his book »Der Mensch und die Sonne« followed by many accessions to FKK-clubs.
More informations to:
Hans Surén
1925
The „Luftbad-Gesellschaft” enforced upon the city council of Berlin that a swimming bath had to be opended at appointed times for naked bathing.
With Wege zu Kraft und Schoenheit the first FKK-movie had its premiere on March 16th in 1925 at the UFA-Palast in Berlin. This motion picture showed people of any age the way they were: naturely and unaffected at games and sports. Among others were also scenes from the Gymnastikschule Hedwig Hagemann from Hamburg. This movie had a fabulous response not only in Germany.
On June 16th in the USSR was founded the „Allunions-Erholungslager fuer Kinder” (»Artek«). Nude sunbathing and swimming, separately for girls and boys, was present usual.
1926
Eduard Fankhauser, Herausgeber verschiedener FKK-Zeitschriften wurde am 26.03.1926 wegen "Verbreitung von Schundliteratur" angeklagt, aber am 29.09.1926 freigesprochen. Zitat aus dem Urteil:
»Die Darstellung nackter menschlicher Körper ist an und für sich nicht unsittlich oder objektiv anstößig. Diese Auffassung kann heute wohl als allgemein anerkannt werden.«

1927
Die seit Januar 1927 erscheinende Zeitschrift »Die Freikörperkultur« wird offizielles Organ der Naturisten in Deutschland.

In Glüsingen (Lüneburger Heide) eröffnet Dr. Walter Fränzel das »Lichtschulheim Lüneburger Land«. Grundgedanke war eine naturistische Erziehung im Zusammenhang mit dem üblichen Schulunterricht.
Neben den allgemeinen Schulfächern standen auch Spiele und Ausflüge auf dem Stundenplan, wobei alle Aktivitäten, soweit möglich, nackt von Mädchen und Jungen zusammen ausgeübt wurden.

Robert Laurer, unterstützt von Erhard Wächtler, gründete am 09.08.1927 den Dachverband »Liga für freie Lebensgestaltung« (LffL), auch kurz »Liga« genannt. Offizielle Mitgliedszeitschrift der »Liga« wurde »Licht-Land«.

1928
Die »Liga« wächst und hat bereits Mitglieder in ganz Europa, aber auch in den USA, Mexiko und Indien.

Ein heute noch existierendes Liga-Gelände befindet sich in Schenefeld, unmittelbar an der Stadtgrenze zu Hamburg. Am 01.07.1928 konnte die Liga-Hamburg dieses 10.000 qm große Gelände pachten.
1929
Das »Lichtschulheim Lüneburger Land« wurde nach 2½ Jahren staatlich genehmigt. Schul- und Landräte hatten keine Einwände, daß die Mädchen und Jungen gemeinsam nackt unterrichtet und erzogen wurden. Selbst die umliegenden Heidebauern und Gutsbesitzer akzeptierten das »nackte« Landschulheim.

Das Fotografieren wird auch unter den FKKlern zu einem beliebten Hobby. Die Zeitschrift »Licht-Land« nahm dazu Stellung (Zitat):
»Verschiedentliche Anfragen unserer Leser beweisen, daß über die Voraussetzungen, unter denen wir Lichtbilder zur Veröffentlichung erwerben, Zweifel und Unklarheit bestehen. Alle Leser sind berechtigt, uns ihre Bilder zur Begutachtung und zum eventuellen Erwerb einzusenden und können sicher sein, daß ihre Aufnahmen sorgfältig geprüft werden.
Dabei kommt es gar nicht darauf an, daß die Bilder nun "Kunstwert" haben, sie müssen vielmehr wirkliches Leben zeigen und für den Geist unserer Bewegung Zeugnis ablegen.
Innenakte kommen eigentlich grundsätzlich nicht in Frage; dagegen haben Gruppenaufnahmen, die das fröhliche Treiben auf einem Lichtgelände oder irgendwo in freier Natur festhalten, besondere Aussicht auf Berücksichtigung. Je weniger "Stilwillen" die Menschen auf den Bildern zum Ausdruck bringen, je harmonishcer sie sich der umgebenden Natur einfügen, destso besser. Und solche Bilder haben wir gerade sehr oft von unseren Amateuren erhalten.«

1930
Am 01.01.1930 schließt sich der »Reichsbund für Freikörperkultur eV« dem »Reichsverband für Freikörperkultur eV« an.

Am 08.06.1930 findet das erste internationale Treffen mit Vertretern aus 8 Ländern auf dem Gelände des »Orplid Frankfurt« statt.

Das Ehepaar Dorothy und Charles Macaskie gründen den »Spielplatz«, mit einem Gelände in der Nähe von London.
Mit den Vorbereitungen startete das Ehepaar Macaskie bereits 1929.

Am 12.10.1930 entstand in Lübeck-Weslos die »Ortsgruppe Lübeck«, welches bis 1989 zu den wohl am besten beobachteten und meist fotografierten FKK-Geländen in der Bundesrepublik gehörte, denn es lag direkt an der damaligen Grenze zu der DDR.

Eduard Fankhauser veröffentlicht sein Buch »Nacktheit vor Gericht«, welches sich an seinem Freispruch aus dem Jahr 1926 anlehnt.
1931
Der erste FKK-Kalender mit dem Namen »Nackt das ganze Jahre« wurde zum Preis von 1,-- Mark verkauft, er hatte 53 Seiten.

Die »Liga für freie Lebensgestaltung«, der »Reichsbund« und der »Reichsverband für Freikörperkultur« schlossen sich zusammen und bildeten den Dachverband »RFK«.

Am 05.05.1931 fand im Carola-Bad in Leipzig das erste öffentliche Schwimmfest statt. 150 Frauen und Männer jeden Alters nahmen an den Wettkämpfen teil.

Die erste Doktorarbeit, welche sich mit der Freikörperkultur befasste, stammt von Amalie Lichtenberger, Dresden, und hatte das Thema: »Die erzieherische Bedeutung der Freikörperkultur«.
1933
Die Machtübernahme durch die Nationalsozialisten war auch für die Freikörperkultur (zunächst) ein herber Rückschlag. Hermann Göring verfügte am 03.03.1933:
»Die Nacktkultur ist eine der größten Gefahren für die deutsche Kultur und Sittlichkeit. Es wird daher von allen Polizeibehörden erwartet, daß sie in Unterstützung der durch die nationale Bewegung entwickelten geistigen Kräfte alle Maßnahmen ergreifen, um die sogenannte Nacktkultur auszurotten. Die Nacktkulturverbände sind auf das schärfste zu überwachen. Soweit Badeanstalten oder Gelände zur Verfügung gestellt wurden, ist auf die Eigentümer einzuwirken, daß die Verträge gelöst werden.«

Alle FKK-Vereine wurden verboten und die bisher erschienene FKK-Literatur zum größten Teil vernichtet.

Aber...
... es gab eine kleine »Hintertür«: Die FKK-Vereine konnten weiterbestehen, wenn sie sich klar zum NS-Regime bekannten und (zur besseren Kontrolle) dem »Reichsbund für Leibesübungen« anschlossen.

Bei einer »Führerbesprechung« am 23.04.1933 wurde folgender Aufruf verfaßt, welcher in der Mai-Ausgabe der Zeitschrift »Freikörperkultur und Lebensform« veröffentlicht wurde:

»An alle Bünde, Mitglieder und Freunde!
Die nationale Erhebung verlangt im Interesse des Volkes ein klares Bekenntnis aller Organisationen zum neuen Staat. Dies macht eine Trennung von volksfremden und solchen Mitgliedern und Gruppen erforderlich, die sich in die Neuordnung des Reiches nicht einfügen können.
Um an der Aufrichtigkeit unseres Bekenntnisses zur Regierung keinen Zweifel aufkommen zu lassen, ist es notwendig, daß alle Führer und Vorstandsmitglieder zurücktreten, die durch ihre bisherige politische Einstellung und allgemeine Betätigung bewiesen haben, daß sie für Führerämter im neuen Deutschland nicht geeignet sind.
Eine politische Neutralität im althergebrachten liberalen Sinne kann es im neuen Deutschland nicht mehr geben.
Um eine Umbildung der Freikörperkulturbewegung im Sinne der vorstehenden Entschließung durchzuführen und um in Verhandlungen mit den zuständigen Regierungsstellen die grundsätzliche Anerkennung der Freikörperkultur und ihre Eingliederung in die Neuordnung der deutschen Leibesübungen zu erreichen, sind die Unterzeichneten von der unter Vorsitz von Professor Hauff am 23. April 1933 stattgefundenen Führerbesprechung als Kommissare mit der Leitung des Reichsverbands für Freikörperkultur beauftragt worden.«

Die Freikörperkultur sollte verboten werden, aber die NSDAP merkte schnell, daß eine Zusammenartbeit mit dem RFK wesentlich wertvoller ausfallen würde, auch, wenn man diese Zusammenarbeit erst erzwingen mußte. Der RFK mußte seine Satzung um folgenden Zusatz ergänzen:
»Der Verein bezweckt die leibliche und seelische Erzeihung seiner Mitglieder im Geiste des nationalsozialistischen Volksstaates durch die planmäßige Pflege durch Leibesübungen; insbesondere sieht er seine Aufgabe in der Gestaltung des deutschen Menschen über eine an Blut und Boden, d.h. Rasse und Landschaft gebundene, naturgemäße Form der Leibeserziehung. Er vertritt die Auffassung, daß die Leibesübungen unbekleidet zu betreiben sind.
Mitglieder können nur Deutsche arischer Abstammung werden.«

Fast 60 Vereine konnten vor einer Auflösung bewahrt werden.

Viele der eigenständigen Vereine haben sich, wie gefordert, ganz »offiziell« aufgelöst, agierten aber »inoffiziell« weiter.

Am 22.11.1933 wurde auf dem Gelände »Elysian Fields«, Kalifornien, die erste Nackt-Hochzeit vollzogen, wobei alle Anwesenden (Brautpaar, Trauzeugen, Brautjungfern, Gäste, aber auch der Pastor) nackt waren.
1936
Hans Surén bringt eine Neuauflage seines 1924 erschienen Buches »Der Mensch und die Sonne« heraus, in welcher er der nationalsozialistischen Ideologie Rechnung trägt und in seinem Buch verinnerlicht.

Im Sommer 1936 gab der Reichsführer der SS, Heinrich Himmler, der Gestapo die Weisung, die Ausübung der Freikörperkultur nicht mehr zu behindern. Zudem wurden in Berlin zwei Gelände wieder offiziell zum Nacktbaden freigegeben.
1937
19.09.1937 - Auf dem Zentralgelände der ONS (Zielbrücke-Thielle, Schweiz) wird das Lichtheim eingeweiht.
1939
Die » 1. Naturistischen Olympischen Spiele « wurden auf dem Gelände der ONS (Schweiz) durchgeführt (30.07. - 06.08.1937).
1942
Überarbeitete Polizeiverordnung zur Regelung des Badewesens, hierbei speziell das Nacktbaden.
1945
Der 2. Weltkrieg ist zu Ende

Aus England gibt es zu berichten, daß der Naturismus sich während des 2. Weltkrieges sehr positiv entwickelt hat. Profitiert davon hat in Deutschland die Liga Hamburg, welche durch das entgegenkommende Verhalten der englischen Besatzungsmacht recht schnell ihre "Arbeit" wieder aufnehmen konnte. Die »Liga« startete ihren Neuanfang mit weit über 1000 Mitgliedern.
1947
Neugründung des Bffl Hannover.
1949
05.11. / 06.11. - auf Initiative von Erhard Wächtler findet die Gründungsversammlung einer Dachorganisation aller deutscher FKK-Vereine in Kassel statt. Karlwilli Damm wird dabei zum 1.Vorsitzenden, und Erhard Wächtler zum 2.Vorsitzenden gewählt.

In der sowjetischen Besatzungszone, der späteren »DDR«, hatte es die FKK-Bewegung wesentlich schwerer. Wahrscheinlich befürchtete man, daß Widerstandsgruppen aktiv werden könnten.
So blieb den DDR-Bewohnern nichts anderes übrig, als sich zunächst in privaten Gruppen zu treffen, oder sich an einem bestimmten Strandabschnitt an der Ostsee zu treffen. Berühmt wurde dadurch Prerow (nahe der Grenze). welcher dann auch recht bald ganz (in)offiziell zu einem »FKK-Strand« erklärt wurde.
1950
29.07. / 30.07.1950 - 1. Hauptversammlung des DFK in Kassel.
Erhard Wächtler wurde als Nachfolger von Karlwilli Damm zum 1. Vorsitzenden des DFK gewählt.

Juli 1950: In Montalivet (Frankreich) wird das erste FKK-Ferienzentrum gegründet - »Centre Hélio Marin«, welches sich im Laufe der Jahre mit einer Fläche von 170 Hektar zu einem der größten FKK-Zentren der Welt entwickelte.
1952
Beim internationalen Treffen in Thielle/Schweiz wird Erhard Wächtler in den Vorstand des Weltnaturistenverbandes gewählt.

Mai - 1. Ausgabe der Verbandszeitung FKK.

Neues Gesetz zum Schutze der Jugend:
Schriften, die mit Bildern für die Freikörperkultur werben, dürfen weder öffentlich verkauft noch gezeigt werden.
1953
Der DFK wird zum eingetragenen Verein (e.V.), damit Rechtsfähig und voller Rechtsschutz. Eintragung am 18. August 1953 in das Vereinsregister in Hamburg.

Aufruf des DFK: » Schafft Ferienplätze für Berliner Kinder « - um den Nachkriegskindern aus Berlin eine willkommene Abwechslung zu bieten.

09. Juni 1953 - Der Bundestag veröffentlicht das »Gesetz über die Verbreitung jugendgefährdender Schriften«, wozu auch ein Index angelegt wurde, auf welchem Zeitschriften, Zeitungen, Magazine und FIlme aufgenommen werden, die "dazu geeignet sind, Kinder und Jugendliche sittlich und moralisch zu gefährden".
Eigentlich ein durchaus positives Gesetz, doch für die FKK-Bewegung ein Problem, denn auch die Mitgliedszeitschriften standen plötzlich auf diesem Index.

23.08.1953 - Montalivet - 3. Naturisten-Weltkongreß: Gründung der »Internationalen Naturisten-Föderation« (INF/FNI). Auf drängen der Franzosen wurde der Abkürzung »INF« noch die Kürzel »FNI« (Fédération Naturisme Internationale) hinzugefügt.
Ein weiterer Tagespunkt des Weltkongresses waren dann auch die deutschen FKK-Zeitschriften, welche auf den Index gesetzt wurden. Der Kongreß sah hierdrin eine Diffamierung der FKK-Bewegung, einer Bewegung, welche sich von frühester Zeit an für die Belange der Jugend einsetzte.

Zu Ehrenmitglieder des DFK werden ernannt: Richard Ungewitter, Magnus Weidemann, Paul Zimmermann, Hans Surén und Therese Mühlause-Vogeler.

Offizielle Gründung der FKK-Jugend (DFK-Verbandstag in Düsseldorf).
1954
Auf Vorschlag von Erhard Wächtler (DFK) wird beschlossen, daß der INF-Ausweis der allein Gültige Eintrittsausweis für alle FKK-Gelände wird.
1955
Verbandstag in Mannheim: Namensänderung "Deutscher Bund für Freikörperkultur" in "Deutscher Verband für Freikörperkultur".

Urteil vom Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen:
» Das gemeinsame Saunabaden von Erwachsenen mit Kindern beiderlei Geschlechtes ist weder ungesetzlich, noch jugendgefährdend. «
1956
Die FKK-Zeitschrift »Sonnenfreunde« wird offizielle Mitgliedszeitschrift ("Organ") des DFK.

Schon 1956 wurde die Thematik »Fotografieren auf dem FKK-Gelände« diskutiert, denn teilweise wurden Fotografen sogar bedroht, oder Filme aus den Kameras gerissen - nicht gerade sehr tolerant, denn meistens waren es jene Leute, die sich dann darüber beschwerten, daß in FKK-Zeitschriften viel zu wenige Fotos abgedruckt würden.

Aber die FKK-Zeitschrift wehrte sich:
Zitat:
»Obwohl eine beträchtliche Flut von FKK-Fotos auf unserem Schreibtisch gelandet ist, haben wir Grund, mit unseren Fotografen einmal ein "ernstes Wörtchen" zu sprechen. Mit wachsender Besorgnis stellen wir nämlich fest, daß es auf unseren Geländen nur noch bezaubernd hübsche Mädchen zu sehen gibt und daß im gleichen Tempo, in dem diese mengenmäßig zunehmen, männliche Wesen von der "Bildfläche" verschwinden. So sehr wir lebendige Fotos, auch von jungen, hübschen Mädchen, begrüßen, so müssen wir doch - wenn wir uns mit Recht als offizielles Organ der FKK bezeichnen - das wirkliche Leben auf den Geländen zeigen.«

In der DDR wurden die »Nacktbade-Verbote« gelockert, welche ja sowieso nicht eingehalten wurden.

Der DFK zeigt die Foto-Wanderausstellung: » Freikörperkultur im Bild «
1957
Januar 1957 - die INF/FNI bringt das dreisprachige (deutsch/englisch/französisch) INF/FNI-Bulletin heraus.
1958
10.05.1958 - Was die Abbildung nackter Menschen betraf, wurde das Gesetz zum Umgang mit jugendgefährdenden Schriften zum Teil für verfassungswidrig erklärt.

Nach einem Kampf von fast 20 Jahren durften nun auch in den USA un-retuschierte Fotos in den Naturisten-Zeitschriften abgedruckt werden.
1959
01.05.1959 - Der DFK eröffnet am Rosenfelder Strand (Ostsee) einen offiziellen FKK-Campingplatz.

DFK-Abzeichen »springendes Mädchen« von Fidus für den DFK gesetzlich geschützt (Landgericht Berlin).

Karlwilli Damm ist Vertreter der INF auf dem UNESCO-Sportkongreß in Helsinki.

08.07.1959 - ich wurde geboren, zwar nicht "weltbewegend", aber zumindest für mich wichtig.
1960
Ausländische FKK-Gelände dürfen nur noch von Gästen besucht werden, die im Besitz eines gültigen INF-Ausweises sind, welche nur an organisierte Mitglieder des eigenen Landes ausgegeben werden.
Eine Ausnahme bildete hierbei Belgien, denn dort bestand noch ein Gesetz, wonach Kinder keine nackten Erwachsenen sehen durften (was ihre eigenen Eltern mit einschließt). Dieses Gesetz wurde unverständlicherweise streng gehandhabt und führte dazu, daß man auf belgischen FKK-Plätzen keine belgischen Kinder antraf. Familien verbrachten ihren FKK-Urlaub somit in den benachbarten Ländern. Revidiert wurde dieses Gesetz erst in den 90er-Jahren.
DFK-Strand auf der Insel Norderney wird eröffnet.
1961
Bundeslager der »FKK-Jugend« auf dem Simonsberg

Der DFK wird korporatives Mitglied der DLRG (Deutschen Lebensrettungs Gesellschaft)

Eine freiwillige FKK-Bildkontrolle wird eingeführt.
1963
27.04.1963 - Erhard Wächtler ist gestorben.

29.06.1963 - Der Deutsche Verband für Freikörperkultur e.V. (DFK) wurde als Anschlußorganisation im Deutschen Sportbund e.V. (DSB) als 65. Mitlgied aufgenommen.
1964
Trennung des DFK von der Adolf-Koch-Bewegung
1968
»Onkel Danny« - Ilsley Boone, der 1932 die Freikörperkultur in Amerika eingeführt hat verstarb am 01. Dezember 1968. Ilsley Boone war nicht nur Vater des Nudismus in den USA, sondern auch Förderer der INF, die ihn noch wenige Monate vor seinem Tod zum Ehrenmitglied ernannte.

Die Firma Oböna (Otto cher, Bad Nauheim) bringt den ersten FKK-Reisekatalog heraus, welcher zunächst nur unter dem Ladentisch heraus gegeben wurde.
1969
Die Firma TOUROPA brachte ihre erste »Sommerbroschüre« heraus, welche man ebenfalls nur "unter dem Ladentisch" erhalten konnte.

Der HFK (Hamburger Bund für Freikörperkultur) veranstaltete im Sommer 1969 einen »Tag der offenen Tür«, um mehr Mitglieder zu werben. Gut 100 neue Mitglieder konnte der HFK anschließend verzeichnen. In der Zwischenzeit gibt es immer öfters und regelmäßig den »Tag der offenen Tür« (Weltnaturistentag).
1970
Im FKK-Club »Four Seasons« (Kanada) wurde der 1. Miss-Welt-Schönheitswettbewerb durchgeführt.
1978
März 1978 - Mit einer Fläche von 4 Millionen Quadratmetern (1000 acres) wird der »Beau Valley Country Club« von Beau Brummel in Süd-Afrika gegründet und ist somit das größte FKK-Gelände der Welt (mit Eintrag im Guiness-Buch der Rekorde).
August 1978 - Gründung der »South African Naturist Federation« (SANFED) durch Beau Brummel.
1992
Die Vereins- und Verbandssatzungen erklären sich und die Vereine für den Fall für überflüssig, wenn die Nacktheit in einen allgemeinen Zustand übergeht.
Ein sehr wichtiger, vorallem aber auch logischer Punkt, denn, wenn man überall nackt sein kann und darf, braucht man dafür naturgemäß keinen Verein.
1995
Gründung des FKK-Dorfes Colina do Sol in Brasilien. Dauerhaft in einer Gemeinschaft nach naturistischen Weisen leben, so das Motto des FKK-Dorfes, in welchem es auch alles, von der Einkaufsmöglichkeit, bis hin zu Ärzten, gibt.

Schlechte Nachrichten aus Afrika: das weltgrößte Nudisten-Gelände musste geschlossen werden.
ab 1996
Außer schwindenden Mitgliederzahlen und »Überalterungen« in den Vereinen, gibt es leider kaum noch wesentliche Ereignisse in der Freikörperkultur

back

zurück
Quellennachweise

  • »Geschichte des Naturismus«, Karl Dressen (DFK)
  • »Helios«
  • »die neue zeit« (Schweiz)
  • »Freikörperkultur« und »FKK-Magazin« (DFK)
  • »Die Schönheit« (1939)
  • »Mensch und Sonne« (1942)