Kamerun Fest → 1953

Kameruner Feste

1950er Jahre

Am Strand von Prerow luden Nudisten in den frühen 1950er Jahren zu sogenannten „Kameruner Festen” ein. Nur mit einem leichten Schurz aus Blättern bekleidet, mit einer „Kriegsbemalung” am ganzen Körper, tanzten die Nudisten um Holzstämme, die in den Strand eingegraben wurden, herum.
In einer einfachen Abstimmung wurde ein „Häuptling” gewählt. Ihm zu Ehren wurden von den jungen Frauen Tänze und andere akrobatische Übungen aufgeführt.

Die „Wilden” hatten aber auch reale »Feinde« ... und zwar die DDR-Führung und die Volkspolizei, welche damit beauftragt war, dieses unsittliche Nacktbaden zu unterbinden.
Aber die FKKler rüsteten auf, bauten aus Holz hohe Türme, auf denen Wächter nach Volkspolizisten Ausschau hielten. Sah man diese uniformierten Gegner, wurde gerufen
und/oder gepfiffen und sogleich begaben sich alle Nackten ins Wasser.

Polizeichef Karl Maron war außer sich vor Wut: „Die Kameruner Feste stellen in höchstem Maße eine Schmähung der Sitten und Gebräuche der Negervölker dar.” - Und meinte
weiter: „Der Erholungsaufenthalt der Werktätigen werde »auf das Gröbste« gestört !”

Nacktheit war auch in der DDR der frühen 1950er Jahre nicht gerne gesehen und die Nacktbader waren für die Staatsführung einfach nur „Wilde”, woraus dann bei den Anhängern
der Freikörperkultur die „Kameruner Feste” entstanden.

Bild:
Fotograf (Urheber) unbekannt
Das Bild wurde bereits mehrfach
ohne Quellenangabe veröffentlicht.

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