Kindergarten  ...  aber  bitte  nackt !

... nur nicht im Jahr 2017 !!!

Wenn in der heutigen Zeit kleine Kinder nach eigenem Wunsche gerne »nackig« herumtoben möchten, dieses auch tun und nackt durch die Räumlichkeiten des Hortes laufen - da sehen einige Eltern dann »Sodom und Gomorrha«, das eigene Kind sexuell gefährdet und die Welt in Schamlosigkeit versinken.

Vor über 80 Jahren war dies allerdings überhaupt kein Problem, da tobten die Kindergartenkinder, Knaben und Mädchen, zusammen nackt herum.
  • Hatten wir damals »andere« Kinder ?
  • Waren sie weniger neugierig ?

Dieses Bild zeigt die Kindergartengruppe
eines Berliner Waisenhauses im Jahr 1920.
Kindergartengruppe in Russland - 30er Jahre


Nackte Kleinkinder beiderlei Geschlechts beim gemeinsamen Spiel mit ihrer Erzieherin.

Warum nicht auch heute ?

Es geht ... aber nur nicht in Deutschland.
Als Beispiel dient der »Hikari«-Kindergarten in Kawasaki (Kanagawa, Japan), wo es gleich mehrere Einrichtungen dieser Art gibt. Dieser Kindergarten (mit Vorschul-Erziehung) besteht seit 1953. Anfänglich waren die Kinder dabei ganz nackt, inzwischen »oben-ohne« - Jungen, wie auch Mädchen.

© Hikari-Kindergarten, Kawasaki, Japan - 2009
Die Kinder sollen frühzeitig die Veränderungen im und am Körper kennenlernen, bei sich selbst und bei den anderen Kindern.
Durch die wenige Bekleidung (auch im Winter) sollen die kleinen Körper die Fähigkeit erhalten, sich anzupassen.
Körper, Geist und Gefühl sollen so positiv beeinflusst werden. Diese Abhärtung stärkt das körpereigene Immunsystem, die
Kinder sind weniger anfällig für Krankheiten.
Auch Ausflüge finden oft im halbnackten Zustand statt, wie
diese beiden Bilder belegen. Der hier gezeigte Ausflug
führte die Kinder zum Hauptquartier der Shingon-Schule
des japanischen Buddhismus in Kôyasan (südlich Osaka).
Während sich die Touristen dick „eingemummelt” die
Attraktionen ansahen, spielten die Kinder halbnackt in dem
Schnee. Dieser Ausflug fand am 17. Januar 2009 statt.
Besuch der Feuerwehr im
Kindergarten
Morgenappell
links:
Die Kinder helfen beim Auf-
bau einer kleinen Hütte

rechts:
Dreirad und Roller fahren
Musikunterricht Aufführung vor Eltern
Danksagung



Vielleicht findet sich ja doch ein privater Kindergarten in Deutschland, der dieses fernöstliche Erziehungsmodell für sich entdeckt. Oder, die Eltern machen einen entsprechenden Vorschlag.
Danksagung

In der russischen Regionalzeitung Нарвская Застава („Narva-Tor”) des Kirowski-Bezirkes von St. Petersburg, wurde im April 2017 (Ausgabe 357), anläßlich der 100-Jahr-Feier des Stadtteils, ausführlich über den dortigen Kindergarten berichtet.
Der Artikel „И стала сказка былью” (→ „Es wurde ein Märchen wahr”) beschreibt den Kindergarten, der am 5. April 1937 eröffnet und für die Mitarbeiter des Schiffbaubetriebes, dem Schdanow-Werk (benannt nach dem Leningrader Parteileiter Schdanow), gebaut wurde (heute: „Sewernaja Werft”). Für die Mütter und Familien eine große Erleichterung, denn in der Kinderkrippe wurden bereits Babies in einem Alter ab 1½ Monate aufgenommen.
Die Mütter hatten die Möglichkeit die Krippe zum stillen zu besuchen. Dazu wurden sie mit einem »Shuttle«-Bus von dem Arbeitsplatz zur Krippe ... und zurück gebracht. Weiterhin erhielten die Stillmütter noch ein kostenloses warmes Essen und die Kinder eine umfangreiche ärztliche Betreuung, nebst Gymnastik, Massage und Abhärtung.
Vielen Dank an Ilya

» Nacktfröschchen «


„Nacktfröschchen”, so werden die Knaben und Mädchen der Kindergartengruppe von Jenni Gert liebevoll genannt.
Mit Freude kann man die kleinen Nackthüpfer beobachten, wie sie durch das Gras springen, im Sandkasten Kuchen backen oder sich im frohem Spiel an Schaukel und Wippe versuchen. Das Laufen und Springen, Haschen und Spielen wechselt zwischen Garten und Planschbecken, welches sich an der Rückseite des Hauses befindet. Hilfreiche und tatkräftige Unterstützung finden Jenni und ihre Kolleginnen bei den älteren Kindern, meist Geschwisterkinder, die nach der Schule dazukommen. Die Mittagsruhe der Kleinen wird zur Erledigung der Schulaufgaben genutzt, bevor das bunte Treiben wieder von Neuem beginnt.

Ist es dann wieder an der Zeit, so beaufsichtigen die großen Kinder die Kleinen nicht nur, sondern beteiligen sich auch rege. So besteht Jenni's Kindergartengruppe des Nachmittags aus kleinen, wie auch großen „Nacktfröschen”.

Während die Jungens »Räuber und Gendarm« spielen, oder sich im Fußball üben, spielen die Mädchen haschen oder »Mutter und Kind«, und bereiten sich so auf ihre Rollen im späteren Erwachsenenleben vor.

Besonders viel Freude bereitet es den „Nacktfröschchen”, wenn sie gemeinsam für die Tanzgruppe üben. Dann sind alle anderen Spiele schnell vergessen, wollen sie doch zeigen, welch „erwachsene Künstler” sie schon sind, sein können. Das Bild zeigt die „Nacktfröschchen” beim Tanz »die Quelle« in voller Hingabe.

Von: Therese Mülhause-Vogeler, Frankfurt
und Gertrude Madaus, Frankfurt

Quelle:
Freikörperkultur und Lebensreform, 1931

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Letzte Aktualisierung: 12.04.2018