Borreliose

Hinweis
Dies ist eine kurze Abhandlung der Borreliose, ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Für die Richtigkeit der Angaben kann ich keine Haftung übernehmen. Für weitere und ausführlichere Informationen besucht bitte die entsprechenden Webseiten oder sprecht mit Eurem Arzt.
Einleitung
Lyme Borreliose
Infektionskrankheit, die überwiegend von Zecken¹ übertragen wird. Die Borreliose ist keine neue Krankheit, die typischen Anhäufungen der Symptome wurden bereits Anfang des 20. Jahrhunderts beschrieben.
Erst 1982 gelang es Willi Burgdorfer nachzuweisen, daß es sich bei dieser Krankheit um eine sogenannte »Spirochäten«-Infektion handelt. Das Bakterium wird auch nach seinem Entdecker Borreliose burgdorferi, kurz (Bb), genannt. Im allgemeinen sprechen wir aber nur von einer Borreliose.
Krankheitsbild / Symptome
Es gibt selten ein Krankheitsbild, bei welchem so viele verschiedene Symptome in Erscheinung treten, wie bei der Borreliose. Aus diesem Grund ist eine Borreliose auch für einen Arzt schwer erkennbar.
Folgende Symptome können auftreten:


  • Gelenkschmerzen
  • Gelenkschwellungen
  • Schmerzen in der Leistengegend
  • Magenbeschwerden
  • Halsschmerzen
  • Nackenschmerzen
  • Herzklopfen / Herzstolpern
  • Blasenprobleme
  • Hör- und Sehschwierigkeiten
  • stechende, einschießende Schmerzen
  • ACA (siehe unten)
  • Gesichtslähmung
  • unkontrolliertes Schwitzen
  • plötzliches Frösteln
  • Muskelschmerzen
  • Muskelkrämpfe
  • ständige Müdigkeit
  • geringe Ausdauer
  • Mattigkeit / Erschöpfung
  • Stimmungsschwankungen
  • Schlafstörungen
  • Schmerzen im Brustkorb
  • geschwollene Lymphknoten
  • Wortfindungsstörungen, Sprechstörungen
... und noch viele weitere Symptome
Die blau gekennzeichneten Symptome habe ich (Stand: 26.11.2012)

Wenn nur einzelne Symptome auftreten, da kann man sich sehr gut vorstellen, dass ein Arzt zunächst von ganz anderen Ursachen ausgeht, folglich eine falsche Diagnose stellt. Ständige Müdigkeit, Mattigkeit und Erschöpfungszustände lassen einen doch eher vermuten, dass man überarbeitet und reif für einen Urlaub ist.
Die Zusammenarbeit von Arzt und Patient ist wichtig.
Diagnose
Leider ist die Borrelien-Labordiagnostik immer noch recht unzuverlässig und die Ergebnisse können von Labor zu Labor unterschiedlich ausfallen. Negative Befunde sind dabei relativ häufig und für den Patienten gefährlich, denn sie führen oftmals zu einer Verzögerung der Behandlung.
Unbedingt notwendig ist ein Westernblot ², um auf der sicheren Seite zu sein. Wird aber nicht immer gemacht, da dieser Test sehr teuer ist.
Therapie / Behandlung
Hier ist der Arzt der Fachmann.
Im Allgemeinen wird eine Antibiotika-Therapie durchgeführt, ggf. eine Infusionstherapie verabreicht.
Die Spätborreliose
Im weiteren Verlauf der Borreliose breiten sich die Erreger immer weiter im Körper aus, wobei besonders die Gelenke, Muskeln und Sehnen betroffen sind. Auch das gesamte Nervensystem kann in Mitleidenschaft (Nervenentzündungen, bis hin zu Lähmungserscheinungen) gezogen werden, Hirnhaut- und Gehirnentzündung können vorkommen.
Sämtliche Organe können betroffen werden.
Akrodermatitis chronica atrophicans Herxheimer (ACA)
Die „Akrodermatitis chronica atrophicans Herxheimer” - auch kurz »ACA« genannt, ist als chronisch fortschreitende Erkrankung das dermatologische Leitbild des 3. Stadiums (Endstadium / Spätborreliose) der Borreliose.
Sie entwickelt sich meist an den Beinen, den nach außen gerichteten Streckseiten (→distale Extrimitäten), dabei entsteht zunächst eine ödematöse, dunkelblaue Schwellung der Haut. In diesem Stadium treten keine weiteren Beschwerden an diesen Stellen der Beine auf.
Dieses Stadium wird nach mehreren Wochen, bzw. wenigen Monaten durch eine Verringerung (→ Atrophie = Gewebeschwund) des so genannten Unterhautfettgewebes (→ Subkutis) und eine Abnahme der Hautdicke abgelöst.
Die sonst nicht so sichtbaren Hautgefäße beginnen durchzuschimmern. Weiterhin können an den betroffenen Stellen kleine „Beulen” entstehen - hier nimmt der Faseranteil des Bindegwebes der Haut zu (→ fibromatös).

Im atrophischen Stadium ist diese Erkrankung allerdings medikamentös nicht mehr behandelbar (mit Stand: November 2010).

Weitere Beschwerden:
Die dünne Haut ist extrem anfällig für Verletzungen. Selbst kleinste Kratzer können schnell weiter aufreissen und zu tiefen Wunden werden, die sehr schmerzen. Hinzu kommt, dass der Heilungsprozess extrem langsam ist.
An den glänzenden, glatten Stellen zieht auch keine Salbe so richtig ein.

Wichtig:
Keine Cortison-haltigen Salben an diesen Stellen verwenden.
Verbreitung
Eine Infektionsgefahr besteht praktisch überall. Schätzungen besagen, dass es pro Jahr bis zu 100 000 Neuerkrankungen gibt. Schätzung deshalb, da es noch keine bundesweite Meldepflicht gibt und die Dunkelziffer durch Fehldiagnosen recht hoch ist.
Überträger
Hauptüberträger der Borreliose ist die Zecke¹, aber auch andere Insekten kommen für eine Übertragung in Frage. Grobe Faustformel: „Alles was stechen und beissen kann”.
In Mücken³, Bremsen³ und Fliegen³ wurden bereits Borrelien nachgewiesen.




¹ - siehe auch Zecken
² - Westernblot: empfindlicher Bestätigungstest, auch Immunoblot genannt
³ - siehe auch Fliegen und Mücken

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