Nacktfröschchen
»Nacktfröschchen«, so werden die Knaben und Mädchen der Kindergartengruppe von Jenni Gert liebevoll genannt.
Mit Freude kann man die kleinen Nackthüpfer beobachten, wie sie durch das Gras springen, im Sandkasten Kuchen backen oder sich im frohem Spiel an Schaukel und Wippe versuchen. Das Laufen und Springen, Haschen und Spielen wechselt zwischen Garten und Planschbecken, welches sich an der Rückseite des Hauses befindet. Hilfreiche und tatkräftige Unterstützung finden Jenni und ihre Kolleginnen bei den älteren Kindern, meist Geschwisterkinder, die nach der Schule dazukommen. Die Mittagsruhe der Kleinen wird zur Erledigung der Schulaufgaben genutzt, bevor das bunte Treiben wieder von Neuem beginnt. Ist es dann wieder an der Zeit, so beaufsichtigen die großen Kinder die Kleinen nicht nur, sondern beteiligen sich auch rege. So besteht Jennis Kindergartengruppe des Nachmittags aus kleinen, wie auch großen »Nacktfröschen«.


1931


Während die Jungens »Räuber und Gendarm« spielen, oder sich im Fußball üben, spielen die Mädchen haschen oder »Mutter und Kind«, und bereiten sich so auf ihre Rollen im späteren Erwachsenenleben vor.

Besonders viel Freude bereitet es den »Nacktfröschchen«, wenn sie gemeinsam für die Tanzgruppe üben. Dann sind alle anderen Spiele schnell vergessen, wollen sie doch zeigen, welch »erwachsene Künstler« sie schon sind, sein können. Das Bild zeigt die »Nacktfröschchen« beim Tanz "die Quelle" in voller Hingabe.


1931


von: Therese Mülhause-Vogeler, Frankfurt
und Gertrude Madaus, Frankfurt


Quelle: Freikörperkultur und Lebensreform, 1931

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