„Vielzahl von zu gestaltenden Räumen anbieten”

FSG NW bietet Einzelmitgliedschaften an

Ein Blick auf die Homepage der Familien-Sport-Gemeinschaft Nordrhein-Westfalen (FSG NW) reicht. Ein Novum ist dort zu finden. „Hier kann ich FSG / fsg-jugend - Mitglied werden”, heißt es auf einem Button auf der linken Seite der Webseite. Die FSG NW ist nach den Worten des Präsidenten Günther Hedderich froh darüber, dass Mitgliedschaften für Menschen jeden Alters angeboten werden können.

„Wir haben offene Türen in unserer Bewegung für all diejenigen Frauen und Männer, die den Naturismus und den Sport miteinander verbinden wollen”, berichtet FSG NW - Präsident Hedderich. Mit dem Novum wolle man auf die Menschen zugehen, die sich mit den naturistischen Sportvereinen vor Ort schwer tun. Für viele Zeitgenossinnen und Zeitgenossen gebe es ja auch zeitliche und örtliche Probleme, sich auf naturistische Sportvereine einzulassen, meint Hedderich. Es sei ein Zugehen auf die zahlreichen Menschen, die Nacktheit und Bewegung miteinander kombinieren wollen. Die gesellschaftliche Stimmung gehe dorthin, dass die Bindung an einen Verein mit seinen Eigendynamiken nicht mehr zwingend sei. Wer sich heute nackt machen wolle, könne dies in einer liberalen Gesellschaft, solange er oder sie die Grenzen des guten Geschmacks beachteten. Es müsse darum gehen, diese freidenkenden Menschen für die gesamte Naturisten-Bewegung zu gewinnen, meint Hedderich.

Mit dieser neuen Form der Mitgliedschaft seien die Hausaufgaben jedoch nicht gemacht, gibt sich Günther Hedderich überzeugt. Es reiche nicht aus, Menschen für eine Mitgliedschaft zu gewinnen. Vielmehr müsse es mit Leben gefüllt werden. Es müsse eine Annäherung an zeitgemäße Veranstaltungsformate geben, um das Denken, Fühlen und die Sprache der zeitgenössischen Naturistinnen und Naturisten aufzugreifen. Die örtlichen naturistischen Vereine seien Säulen der Bewegung, müssten sich die Offenheit bewahren, auch die Einzelmitglieder auf die Gelände zu lassen.

Dies könne zu einem Annäherungsprozess der Menschen führen, die gewohnheitsmäßig auf den Vereinsgeländen Petanque, Beach-Volleyball oder vieles andere spielten. Viele Menschen hätten inzwischen Sympathien für das Nacktwandern oder das Nacktradeln, drängten danach die Nacktheit öffentlicher zu leben. „Es ist uns bewusst, dass es zwischen Mitgliedern einen Kulturunterschied innerhalb eines gelebten Naturismus gebe. Dies verpflichtet die Verantwortlichen in der naturistischen Bewegung, nach Berührungspunkten und gemeinsamen Wegen zu suchen. Es macht keinen Sinn, über den anderen zu lachen oder gar über ihn zu schimpfen”, warnt FSG NW - Präsident Hedderich.

Hedderich lässt sich die Frage nicht gefallen, ob denn die FSG NW in Konkurrenz zur Fördermitgliedschaft des Deutschen Verbands für Freikörperkultur (DFK) gehe. „Wir ergänzen einander. Wer in der FSG NW Mitglied ist, ist mittelbar ja auch an den DFK angedockt”, so Hedderich. Es gehe der FSG NW darum, eine Vielfalt an Orten zu schaffen, an denen sich Menschen wiederfinden, die Sport und Naturismus gleichermaßen leben wollten. Die Menschen in der Gegenwart seien lebendig und vielfältig, deshalb sei es wichtig eine Vielzahl von zu gestaltenden Räumen anzubieten.

Seine eigene Rolle versteht Günther Hedderich als Moderator. Er möchte die Antennen für die Entwicklungen in der naturistischen Szene wachhalten und Menschen ins Gespräch bringen. In Begegnungen werde der Naturismus lebendig, so FSG NW - Präsident Hedderich.

Text: © Christoph Müller
Foto: © Detlef Schleicher


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