Mit Seriösität und Kreativität der Zensur begegnen

INF-Präsidentin Ivo legt nach in Diskussionen um die Zensurbemühungen sozialer Netzwerke

„Wir sollten das eine tun und das andere nicht lassen.” Derart kämpferisch gibt sich derzeit die Präsidentin der Internationalen Naturisten-Föderation (INF), Sieglinde Ivo, in den Diskussionen um die Zensurbemühungen sozialer Netzwerke gegenüber Freundinnen und Freunden der Freikörperkultur in der ganzen Welt. Einerseits sollten Naturistinnen und Naturisten die Stimme erheben, wenn der eigenen Lebensphilosophie mit Sexualisierung begegnet werde.Andererseits sollten sich die Nackten in der Welt darum bemühen, mit Seriösität und Kreativität Facebook, Instagram und Google Plus begegnen, die naturistische Fotografien zunehmend zensierten, meint die österreicherin Ivo.

De facto sei es so, dass Fotografien von unbekleideten Körpern zensiert würden. Für die naturistischen Vereine und Verbände sei dies eine Aufgabe, trotzdem die Freude am Nacktsein auch visuell darzustellen. Sieglinde Ivo, die gleichzeitig Präsidentin des Österreichischen Naturisten-Verbands ist, ermuntert die Gleichgesinnten, die künstlerische Herausforderung anzunehmen. Das Unbekleidetsein könne mit verschiedenen fotografischen Kunstgriffen angedeutet werden. Wenn in der Nahdarstellung ein Bikini an einem Zaun hänge oder im Sand liege und in der Ferne unscharf ein nackter Frauenkörper erkennbar sei, so sei die Botschaft mehr als deutlich.

„Es macht keinen Sinn, über die Prüderie in den sozialen Netzwerken zu schimpfen. Unsere Position muss zwar deutlich werden, doch sind wir in der Gegenwart aufgefordert, Alternativen aufzuzeigen”, formuliert die INF-Präsidentin Ivo. In den eigenen Reihen muss Sieglinde Ivo eine Menge überzeugungsarbeit leisten. In der INF sind mehr als 400 000 Mitglieder auf den verschiedenen Kontinenten zusammengeschlossen, die aus ganz verschiedenen naturistischen Traditionen kommen. Während in Deutschland der Deutsche Verband für Freikörperkultur e.V. (DFK) ein Breitensportverband ist, so sind die spanischen Naturistinnen und Naturisten darum bemüht, ein Grundrecht auf Nacktsein in der Verfassung festzuschreiben.

Naturistinnen und Naturisten müssten sich bemühen, als seriöse Menschen in der öffentlichkeit wahrgenommen zu werden, meint INF-Präsidentin Ivo. Dies zeige sich unter anderem dadurch, dass die Fotografien nackter Menschen einen (wenn auch minimalen) künstlerischen Anspruch erfüllen. Diskretion und Scham seien Begriffe, mit denen sich Naturistinnen und Naturisten unbedingt bei der Gestaltung von Webseiten und Publikationen auseinandersetzen sollten.

In den unzähligen Nationen und Föderationen mit den unterschiedlichen Vorstellungen zum Nacktsein und gesellschaftlichen Werten führe dies natürlich dazu, dass es Unterschiede in der Darstellung gebe. Die Naturistinnen und Naturisten würden sicher einen nicht zu unterschätzenden Beitrag zu gesellschaftlichen Diskursen leisten, wenn sie sich zum Unbekleidetsein in der öffentlichkeit positionierten, meint Sieglinde Ivo.

Wer sich in einem naturistischen Sinne nackt im Alltag zeige, dem sei die Sexualisierung mehr als fern. Nacktheit sei unter Naturistinnen und Naturisten entgegen gesellschaftlicher Entwicklungen männlich und weiblich. Nacktheit sei ein Phänomen, dass sich durch sämtliche Generationen ziehe und keinen Idealen hinterherhechele. Diskretion und Scham seien Garanten dafür, dass es Naturistinnen und Naturisten niemals um Skandalisierung gehe, sondern um die Natürlichkeit und Alltäglichkeit des Nacktseins, so INF - Präsidentin Ivo.

© Christoph Müller


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