„Sensibel mit der Umwelt umgehen”

FSG NW - Präsident Hedderich denkt über den Sinn des „World Naked Bike Ride” nach

In diesen Tagen wird der „World Naked Bike Ride” wieder einmal begangen. In Metropolen der Welt werden nackte Menschen über die Boulevards radeln, um für den Umweltschutz zu demonstrieren. Die Naturistinnen und Naturisten in der Welt setzen sich stets für Nachhaltigkeit und einfache Lebensformen ein. Der World Naked Bike Ride spricht sich für alles aus, was von Bedeutung sein könnte: für eine bessere und sichere Welt, für saubere Luft und weniger Autos, für mehr Freiheit und weniger Stau. Der Präsident der Familien-Sport-Gemeinschaft Nordrhein-Westfalen (FSG NW), Günther Hedderich (GH), bringt seine eigenen Ideen in einem Interview zum Ausdruck, das er mit Christoph Müller (CM) geführt hat.

CM: Wenn wir uns den „World Naked Bike Ride” als Event anschauen, was hältst Du davon ?

GH: Es ist mutig, im Adam-und-Eva-Kostüm ein Spektakel in einer großen Stadt zu wagen. Wer diesen Mut hat, der wird nicht nur die Neugierde der Menschen auf die entblößten Leiber erwecken. Die Menschen, die den Nacktradlern begegnen, werden gezwungen sein, über die politische Botschaft des „World Naked Bike Ride” nachzudenken. Splitternackt durch eine Metropole zu radeln braucht eine tiefe überzeugung, vielleicht auch mehr Gewissheit um die Botschaften als jemand, der lediglich mit einem Transparent durch Straßen zieht.

CM: Was hat denn das politische Plädoyer mit dem naturistischen Grundverständnis zu tun ?

GH: Traditionell ist das naturistische Fühlen, Denken und Handeln ja mit einem anthroposophischen Grundverständnis verbunden. Körper, Seele und Geist sollen in einer Balance sein, damit das Leben des Einzelnen gelingen kann. Das Gleichgewicht der Umwelt sollte besonders im Interesse der Naturistinnen und Naturisten sein. So bin ich immer wieder für eine anspruchslose und einfache Haltung gegenüber dem Leben.

CM: Sei so freundlich und konkretisiere Deine Aussage doch.

GH: Wenn Naturistinnen und Naturisten mit ihren Wohnmobilen und Caravans durch die Welt fahren, so zeigen sie ja schon eine kritische Haltung gegen die hochgerüsteten Hotelanlagen am Atlantik und am Mittelmeer. In diesen Urlaubsparadiesen, wie es immer wieder heißt, zeigt sich die Gegenwart im Überfluss. Die Frage, die jedoch im Raum ist, ist diejenige nach der Notwendigkeit. Was wir wirklich brauchen, sind doch Menschen und Begegnungen. Unsere technisch Ausstattung rüsten wir daheim immer wieder auf. Dabei stellen wir die Frage nicht, welchen Sinn es macht.

CM: Du wünschst Dir mehr Bescheidenheit, oder ?

GH: Dies ist der Kern meines Nachdenkens. Wir sind alle gemeinsam aufgefordert, schonend mit der Umwelt umzugehen. Je konkreter, umso besser. Lieber einmal mehr mit dem Fahrrad zum Einkaufen zu fahren schützt die Umwelt mehr als die Fahrt mit dem Auto. Der Verzicht auf Tüten zugunsten von Baumwolltaschen ist eine andere praktische Idee. Oder das Einkaufen von Flaschen zeigt eine größere Sensibilität als die Besorgung von PET-Flaschen.

CM: Was hältst Du davon, einen „World Naked Bike Ride” in Deutschland bzw. in Nordrhein-Westfalen zu begehen ?

GH: Ich kann es mir vorstellen. Diesen Vorschlag in die naturistischen Bewegung hinein zu diskutieren, wäre ein spannendes Abenteuer.

www.worldnakedbikeride.org


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