„Aus dem Dornröschenschlaf erwachen”

Naturisten müssen neue Rollen finden, meint FSG NW Präsident Hedderich

Sich in eine neue Rolle einzufinden, steht dem organisierten deutschen Naturismus gut zu Gesicht. Mit dieser Überzeugung geht Günther Hedderich der Wahl zum neuen Präsidenten des Deutschen Verbands für Freikörperkultur e.V. (DFK) entgegen. Es stünde an, sich zunehmend als Gastgeber und Dienstleister zu verstehen. Die Zeit, dass sich Naturistinnen und Naturisten hinter den Zäunen der Vereinsgelände verstecken könnten, sei vorbei, so unterstreicht Hedderich.

Es ist nur wenige Wochen vorbei, dass Günther Hedderich als Präsident der Familien-Sport-Gemeinschaft Nordrhein-Westfalen (FSG NW) in seinem Amt bestätigt worden ist. „Macht die Tore auf”, hat er den Mitgliedsvereinen des Breitensportverbands entgegengerufen. Dies sei nur eine Aufgabe, die zu bewältigen sei. Die Mentalität in den Vereinen müsse sich von einer Komm-her-Struktur zu einer Geh-hin-Haltung wandeln.

Nach Informationen der Deutschen Zentrale für Tourismus aus dem Jahre 2014 seien 8 Millionen Menschen in Deutschland FKK–Freundinnen und FKK–Freunde. Der prozentuale Anteil derer, die sich in den traditionellen Vereinen einbinden lassen wollten, sei verschwindend gering, stellt FSG NW – Präsident Hedderich fest.

Hausaufgaben bezüglich Wellness machen

Hedderich: „Es stimmt, dass andere institutionelle Zusammenschlüsse wie Kirchen und Parteien, Gewerkschaften und Sportvereine dieselben Nachdenklichkeiten erlebten. Es macht deutlich, dass die Angebotsstruktur sich verändert.” Unter anderem sei festgestellt worden, dass im Breitensport, wo Vereine Fitnessräume zur Verfügung stellen würden, die Mitglieder halten könnten und keine Abwanderung in Richtung der Fitness-Studios erleben würden. Hedderich gibt zu bedenken, dass die naturistischen Breitensportverbände und Breitensportvereine ihre Hausaufgaben bezüglich Wellness machen müssten.

Ihm sei bewusst, dass es bedeuten könne, wirtschaftlich nochmal kräftig investieren zu müssen. Erfahrungen in der Wirtschaft zeigten, dass ohne Investition auch keine Zukunft gestaltet werden könne, meint Hedderich. Ähnlich sei es mit den Vereinen, die viele auswärtige und ausländische Gäste hätten. Nach dem Dornröschenschlaf der vergangenen Jahre müssten die Augen gerieben werden, um anstehende Aufgaben zu sehen.

Zukunft werde nur mit den Menschen gestaltet, ist FSG NW – Präsident Hedderich überzeugt. Es sei an der Zeit, sich nicht nur gemeinsam auf die Wiesen und an den Strand zu legen. In Gesprächsrunden müsse eine Atmosphäre geschaffen werden, gemeinsam Zukunft zu entwickeln. Hedderich sieht darin eine Kernaufgabe, wenn er DFK–Präsident werden sollte.

Text: © Christoph Müller


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