„Sportanlagen zu lebendigen Treffpunkten machen”

FSG NW – Präsident Hedderich zur Zukunft des naturistischen Familiensports

Für einen erfrischenden Gedanken ist der Präsident der Familien-Sport-Gemeinschaft Nordrhein-Westfalen (FSG NW), Günther Hedderich, immer gut. Wenn er sich in diesen Tagen Gedanken über den Sport macht, kommen die Offenheit und die Weitsicht Hedderichs zutage. Denn im Zusammenhang mit seiner Kandidatur für das Präsidentenamt beim Deutschen Verband für Freikörperkultur e.V. (DFK), das Anfang Mai neu besetzt wird, sucht er nach Möglichkeiten der Zukunftsfähigkeit eines Breitensportverbands.

Im Sport sieht der FSG NW – Präsident Hedderich einen Schlüssel für die Perspektiven des Naturismus und des Familiensports. Es sei nicht nur so, dass über den Sport die Gemeinnützigkeit der Vereine und Verbände abgesichert werde. Die Gemeinnützigkeit garantiere dem DFK, den Mitgliedsverbänden und den Mitgliedsvereinen gleichfalls die Mitgliedschaft im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) sowie den Landes- und Stadtsportbünden. Hedderich: „Dies ist natürlich ein Kredit, den es nicht zu verspielen gilt.”

Der DFK, die Landesverbände und auch die Vereine vor Ort seien engagiert beim Ausrichten verschiedener Turniere. So ist Hedderich immer wieder davon begeistert, dass beispielsweise mit Petanque–Turnieren nationale Grenzen überwunden werden könnten. Der naturistische Familiensport zeige immer wieder, dass es eine weltweite Bewegung gebe, in der sich Frauen, Männer und Kinder heimatlich fühlen dürften.

Hedderich erzählt von Familien, in denen es eine Schwimmbegeisterung und Freude am Volleyball gebe, und für die selbst die Veranstaltungen der Internationalen Naturisten-Föderation (INF) ein fester Punkt im jährlichen Terminkalender seien. Genauso stolz macht ihn, dass im naturistischen Familiensport Ringtennis, Bogenschießen oder Indiaca als Sportarten wachgehalten würden.

Für den Fall, dass er zum neuen DFK-Präsidenten gewählt wird, drückt FSG NW – Präsident Hedderich seine Hoffnung aus, dass im naturistischen Familiensport neue Trends aufgegriffen würden. Dazu gehört für ihn nicht nur ein deutliches Bekenntnis zur freien Bewegung, die viele Sportarten nackt betreiben. Er wünscht sich einen lebendigen Austausch mit den potentiellen Kooperationspartnern im DOSB, den Landes-und Stadtsportbünden.

„Wenn wir in den Strukturen nicht im Gespräch sind, können wir auch nicht miteinander nach Wegen suchen, auf die Menschen der Gegenwart zuzugehen”, gibt sich Günther Hedderich überzeugt. Das Miteinander in den Sportbünden zeige, dass nicht jedes Rad ständig neu erfunden werden müsste. Vereine und Verbände müssten voneinander profitieren. Luftsportvereine würden Schnuppersegelflugtage anbieten, Kanu-Vereine würden Erlebnistouren organisieren.

Wenn die fkk-jugend immer wieder das Bassalo-Spiel ins Gespräch bringe, so sei dies eine Form, wie Familien während des Campingurlaubs miteinander Sport treiben könnten. Es beeindrucke ihn, wie immer wieder auch Variationen von Bekanntem geschaffen würden. Für den Campingplatz an der Ostsee oder am Mittelmeer sei Cross-Boccia eine hervorragende Alternative zum Althergbrachten.

Hedderich: „Im Sport zeigt sich, wie kreativ die Vereine und Verbände sich den Menschen der Zeit öffnen wollen. Wenn dies passiert, dann werden die Sportanlagen der Vereine auch wieder zu lebendigen Treffpunkten. Schließlich kommt sprechen wir unter Naturistinnen und Naturisten immer von einer Bewegung. Eine Bewegung bewegt sich.”

Text: © Christoph Müller


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