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Nach Möglichkeiten suchen

FSG NW-Präsident Hedderich sucht nach Perspektiven für die Zukunft

„Wenn es stimmt, dass es achteinhalb Millionen potentielle FKK-Urlauber in Deutschland gibt, dann müssen wir uns Gedanken machen, wie wir diese Menschen ansprechen.” Der Präsident der Familien-Sport-Gemeinschaft Nordrhein-Westfalen (FSG NW), Günther Hedderich, sieht die Freikörperkultur vor einer großen Aufgabe.

Denn die FKK-Sportvereine in den Regionen und die naturistischen Breitensportverbände erleben in seinen Augen die Herausforderung, Weggefährten und Mitglieder zu gewinnen. Deshalb müsse die FSG NW, aber auch viele andere Akteure in der Freikörperkultur nach Möglichkeiten suchen, diese 8,5 Millionen Menschen anzusprechen.

Natürlich böten Messen wie die Reise+Camping-Messe in Essen (25. Februar bis 1. März) die Gelegenheit, Interessenten anzusprechen, die sonst kaum erreicht würden. Naturisten dürften jedoch keinen Weg unbeachtet lassen, die Freude am Nacktsein in die Welt zu tragen, meint FSG NW-Präsident Hedderich.

„Die Sprache der Zeit sprechen”

Naturisten sollten die Sprache der Zeit sprechen. Es sei nicht mehr zeitgemäß, sich hinter den Zäunen der Breitensportvereine zu verstecken. Vielmehr gebe die Gegenwart viele Ideen, sich dem Zeitgeist anzunähern. Es gebe eine große Begeisterung für die Wellness - Bewegung. Da sei es erste Pflicht, die Schwimm-und Sauna-Anlagen auf den naturistischen Vereinsgeländen auf dem Stand zu halten. Wer neue Mitglieder gewinnen wolle, könne überlegen, über die Saunanutzung auch die Pforten in den Verein zu öffnen. Hedderich hat auf internationaler Ebene von einer ungewöhnlichen Idee Wind bekommen, die er sympathisch findet.

So gebe es nordeuropäische Naturisten, die einen Wohnwagen zu einer mobilen Sauna umgebaut haben. Mit dieser mobilen Schwitzanlange machten sich die Naturisten auf den Weg in Dörfer, Städte und an Strände und suchten die Begegnung mit Menschen, die sie für FKK-Sympathisanten hielten, berichtet FSG NW-Präsident Hedderich.

„Erlebnisfakor”

Von romantisierenden FKK-Ideen hält Hedderich nichts mehr. Deshalb hofft er in den eigenen Reihen auf Mitstreiter, wenn er innerhalb des Landessportbundes Nordrhein-Westfalen (LSB NRW) Kooperationen sucht. Der organisierte Naturismus müsse auf den Erlebnisfaktor setzen. Gerade junge Menschen ließen sich mitnehmen, wenn in naturistischen Gemeinschaften ungewöhnliche Erfahrungen gemacht werden könnten. Die Angebote müssten auf die Menschen zugeschnitten sein, die für den Naturismus gewonnen werden sollten, meint Hedderich. Das Miteinander könne aber auch mit vielen anderen FKK-Begeisterten gepflegt werden. „Wenn sich jemand für das Nacktwandern den Rucksack aufschnürt, bildet er oder sie einen Teil des Naturismus ab”, ist Hedderich überzeugt.

© Christoph Müller


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